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July 19

Wer investiert in was?

Manchmal ist das Leben zu gut zu mir. Es reicht, den vierteljährlichen Überblick des überaus verdienstvollen Onlinedienstes TechCrunch zu lesen um zu verstehen, welches Geld in welche Unternehmen gesteckt haben. Kompliment, Kollegen!

Kurz auf Deutsch: Im zweiten Quartal 2008 sind die Investitionen leicht - aber nur ganz leicht - von 7,5 auf 7,5 Milliarden Dollar zurück gegangen.Und die Deals sind dicke Fische: Im Schnitt war jede Finanzierung 7,5 Milllionen Dollar schwer.

Ist den Investoren die schlappe US-Wirtschaft egal? Natürlich nicht. Nur noch 22% der Finanzierungen gingen an echte Neugründungen. Venture, also Wagnis, suchen immer weniger VCs. Die Hitliste:

1. Software 1,3 Milliarden, 19 % gefallen im Vergleich zum Vorjahr

2. BioTech 1,1 Milliarden, 14 % gefallen

3. Energie 1,2 Milliarden, 102 % gestiegen

4. Medien 586 Millionen, 23% gestiegen

Energie, also vor allem neue Formen der Energiegewinnung und -verarbeitung, sind der Hit derzeit. Was die Top 2 verlieren, können die beiden Kleinen im Quartett nicht voll wieder einholen, aber immerhin. Es geht uns ganz gut, würde ich sagen.

Der komplette Bericht in Englisch bei TechCrunch:

VC Deals In Charts (Q2 2008)—Exits? We Don’t Need No Stinkin’ Exits?

Second quarter data is out on venture deals from the National Venture Capital Association and PriceWaterhouseCoopers. Despite the IPO market drying up completely, the What-Me-Worry crowd on Sand Hill Road keep pumping money into venture deals at a steady pace. Venture capitalists invested $7.4 billion last quarter in 990 deals, compared to $7.5 billion in 997 deals during the first quarter (a number that looks like it was revised upwards from the $7.1 billion the same group originally reported last April). The average deal size last quarter was $7.5 million.

(Click on the charts for bigger images).

July 18

Warum User Generated Content wenig einbringt

Das Reizwort User Generated Content lässt Medienmanager schlecht schlafen. Die von Normalverbrauchern hochgeladenen Filmchen sind der Hit, was die Zuschauerzahlen angeht. Man rechnet damit, dass in fünf Jahren die Hälfte, ja genau: 50%, aller im Internet gesehenen video streams Selbstgedrehtes enthalten.

Anzeigenvermarkter werden gnadenlos reagieren. Anders als die hochwertigen Kinofilme und Fernsehserien kann man Werbeplätze nahe den wackligen Videos von zweifelhafter Qualität nicht vermarkten. YouTube hat ja deswegen so genannte Channels eingerichtet, in denen vernünftiges Augenfutter von professionellen Produzenten gezeigt wird. In diesen Kanälen kann man Werbung verkaufen. Dumm nur, dass die Mehrheit explodierendes Popcorn und unflätig kichernde Teenager attraktiver findet.

Das Ergebnis rechet TDG vor: 50% aller tatsächlich angesehenen Onlinevideos sind von Usern gedreht, also nicht vermarktbar, also bringt Werbung in der Nähe dieser Schmuddelkinder ganze 4% der gesamten Werbeumsätze. Die Cost Per Million (CPM) sind hier einfach unterirdisch.

Da hatte es das Fernsehen einfacher. Hier kann man nicht so einfach sehen, welche Zielgruppen welche Sendungen sehen. Die paar an Nielsen angeschlossenen Haushalte haben die Spuren verwischt. In digitalen Medien lässt sich das alles genau nachverfolgen. Harte Zeiten brechen an. Sind schon angebrochen, um ehrlich zu sein.

Die komplette Studie bei TDG:

TDG: Future Bleak for User-Generated Digital Video Advertising

New Report Finds Professional Online Video to Command Highest CPMs and Generate Vast Majority of Online Video Ad Revenue

Dallas, TX. July 17, 2008 - User-Generated Video (UGV) will continue to account for close to half of total online video streams between 2008 and 2013, but disappointingly will produce no more than 4% of ad-related online video revenue at any time during this period. According TDG’s latest analysis, Online TV and the Future of Digital Video Advertising, the prospects for online video advertising have little to do with UGV, except as an indirect way of drawing more viewers to professional online video sites capable of generating sustainable ad-related revenue.

According to Mugs Buckley, a veteran of TV and video advertising and author of TDG’s new report, UGV currently accounts for 42% of online video streams, yet generates less than 4% of video ad-related revenue. Conversely, professional online video (including both short-clip and long-form content) accounts for 58% of streams and 96% of ad-related revenue, a reality unlikely to change over the next five years.

While the business of online video remains immature, Buckley notes that the continued growth in online TV viewing among consumers and the push to get this content directly to the TV will cultivate the larger audience for professional online video content.

According to Buckley, online digital video advertising is in many ways superior to TV advertising. While TV is a great medium for giving advertisers reach that is both broad and scalable, the Internet uniquely delivers on three increasingly important attributes: engagement (the ability to interact with the viewer), measurement (the ability to quantify consumer reaction), and audience tracking (the ability to compare behavior over time). Armed with these unique abilities, advertisers can more easily determine Return-on-Investment (ROI) and customize ads for specific audiences, even adjusting the ads dynamically based on real-time audience profiling.
Online TV and the Future of Digital Video Advertising is the most comprehensive report to date on the business of online video-related advertising. It provides detailed forecasts regarding streaming video consumption and ad-related revenue by both amateur and professional classifications, as well as distinguishing between short-clip, long-form, and other forms of professional online video. It also contains a thorough set of recommendations for those looking to enter the online video market space.

Grafik: Online Video Streams versus Ad Revenue by Content Type – 2008

July 16

Der dreigeteilte Bildschirm

Isses denn möglich? Die Nutzungszeit für Fernsehen & Co. steigt noch weiter. Die Glotze flimmert immer länger in amerikanischen Wohnzimmern. 127 Stunden und 15 Minuten jeden Monat, das sind über 4 Stunden jeden Tag der Woche. Das virtuelle Lagerfeuer wird unterstützt von neuen Schwelbränden: Die internetbefeuerten PC-Monitore braten 26 Stunden und 26 Minuten im Monat die Augäpfel. Schließlich steuern die modernen Taschenwärmer noch ihr Scherflein bei: 3 Stunden und 15 Minuten monatlich starren die Handybesitzer auf ihr Mäusekino.

65% der US-Haushalte empfangen ihre Programme über digitales Kabel. Allein auf dem Fernseher tummeln sich im Schnitt 160 Kanäle. Da sind die kostenpflichtigen Abos für Spielfilme bei HBO, Encore oder Starz noch nicht mitgerechnet. Der Anteil der Webvideos wächst stetig gegenüber dem traditionellen Pantoffelkino. Im Mai 2008 sahen 119 Mio. unique viewers  7.5 Milliarden Videoclips im Internet.

Mehr bei KenRadio


Three Screen TV Viewing

Screen time of the average American continues to increase, with TV users watching more TV than ever before (127 hrs, 15 min per month), while also spending 9% more time using the internet (26 hrs, 26 min per month) than last year, according to a new study by the Nielsen Company. A small but growing number of internet and mobile phone users are also watching video online (2 hrs, 19 min per month), as well as using their cell phones to watch video (3 hrs, 15 min per month).



The US television landscape is growing increasingly more complex and digital:
* As of May 2008, more than 65% of US homes receive digital cable and satellite combined.

* These digital TV homes receive nearly 160 channels.

* 25% and 35% of US homes have DVR and video-on-demand, respectively.
Commercial television is alive and well - growing 1% year over year - despite the rapid adoption of other platforms, moreover, timeshifting represents less than 5% of total viewing.

July 11

YouTube macht zu wenig Kohle

Wer hätte das gedacht? Die berühmteste Videoplattform der Welt, die Standards gesetzt hat bei streaming videos, wo es außer Karaoke singenden Teenagern auch echte Kunstfilme und Minireportagen und weiß Gott was noch alles gibt, YouTube verdient zu wenig Geld. Google-Chef Eric Schmidt musste zugeben, dass man Mühe haben wird, auch nur 200 Millionen Dollar an Anzeigenerlösen einzufahren. Da fehlen 100, wenn ich mich recht erinnere. 1,7 Milliarden Dollar hatte Google gezahlt, eigentlich ein guter Deal angesichts des Erfolges beim Publikum. Jede Minute werden durchschnittlich 13 Stunden an Content hochgeladen. Kein Wunder, dass es in der Regel 24 Stunden dauert, bis ein Video aktiv geschaltet wird.

98% der Einnahmen aber kommen aus dem Anzeigengeschäft. Die Markenartikler testen den Markt noch. Zu groß sind die Bedenken, man könne wertvolle Brands beschädigen,weil die Anzeigenbanner in direkter Nachbarschaft zu peinlichen Videos laufen könnten. Die Konkurrenz von Viacom hat seit letztem Jahr eine Klage laufen, weil immer noch Videos mit ungeklärten Rechten hochgeladen werden. Zu Deutsch: YouTube wimmelt von geklauten Filmchen. Wer es testen will, braucht nur die beliebten amerikanischen Serien in Synchronfassungen zu suchen. Da die Zensoren nur Englisch können, fällt ihnen vieles gar nicht erst auf.

Tim Armstrong, der Chef der Verkausabteilung, sieht ein ganzes Bündel an Hindernissen. Rechtliche Finessen, das Fehlen eines automatischen Abrechnungssystems und und und - Armstrong hat ein internes Projekt aufgesetzt, das 105 Problempunkte auflistet. Codename "Projekt Spaghetti". Na dann, guten Appetit!

Mehr beim Wall Street Journal

Google Push to Sell Ads

On YouTube Hits Snags

Video Site Is Key

To Diversification;

The Lawsuit Factor

By KEVIN J. DELANEY

July 9, 2008; Page A1

Wringing ad revenue from YouTube is proving to be a challenge for Google Inc.

Although users of the popular video-sharing site view clips more than one billion times on most days, the site hasn't been as popular with big corporate advertisers. World-wide revenue from YouTube ads has fallen short of Google's expectations this year, and is likely to total about $200 million for the full year, according to two people familiar with the matter.

YouTube is critical to Google's campaign to extend its advertising reach far beyond text ads tied to Web searches, its revenue powerhouse. Google wants to sell more video ads and display ads on YouTube and elsewhere. It also wants to crack the television, radio and newspaper ad markets. Its target: the 90% of global ad dollars that don't currently flow to the Internet...

July 07

Deal perfekt: NBC kauft sich das Wetter

NBC Universal hat den Weather Channel für 3,5 Milliarden Dollar gekauft. Die Deutsche Bank Securities Inc., NBCs eigene Kapitalgesellschaft GE Commercial Finance, sowie die GSO Capital Partners und Sankaty Advisors LLC besorgen die Finanzierung des Cash Deals. Blackstone und Bain Capital halten weitere Anteile.
Der 1982 gegründete Wetterkanal erreicht immerhin 97% aller US-Kabelhaushalte. Seine Internetseite hat jeden Monat 37 Millionen Besucher. Die 1300 Beschäftigten des Wetterkanals erwirtschaften jährlich rund 550 Millionen Dollar.
Damit hat NBC Universal das Bieterrennen gewonnen, in dem auch die Sender TimerWarner und CBS sowie der Kabelnetzbetreiber Comcast mitliefen. Der Medienkonzern weiß, was er da kauft. Sein eigener Wetterkanal NBW Weather Plus wurde 2004 gegründet und sendet seitdem in lokalen Kabelnetzen. Jetzt wird das zarte Pflänzchen wohl mit dem großen Bruder vereint auftreten.
In Deutschland gibt es zwar auch einige Wetterseiten, doch hat zum Beispiel RTL für seine Domain Wetter.de keine Videoproduktion oder gar die Verbindung zum hauseigenen TV-Programm geschafft. Immerhin hat der TV-Sender im Jahr 1999 knapp zwei Millionen für die Domain ausgegeben. Aber das war vor dem Platzen der Internetblase.

Mehr zum Kauf des Weather Channel bei Associated Press:

NBCU Buys Weather Channel for $3.5B

By Seth Sutel

Associated Press, Jul 7 2008, 5:52 AM ET

NEW YORK (AP) — NBC Universal and two partners said Sunday they have reached a deal to buy The Weather Channel from Landmark Communications Inc., ending a drawn-out process that had attracted interest from several major media companies.

Financial terms weren't disclosed, but a person familiar with the matter who insisted on anonymity said the purchase price was $3.5 billion in cash.




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Ulrich Mikulsky-von Schweinitz

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Reporter bei Printmagazinen und Tageszeitungen, Radio und Fernsehen. Redakteur bei Schreinemakers TV. Redakteur Ilona Christen.Redaktionsleiter Fliege, Red. typhoon networks AG für RTL Morgenmagazin. Leiter Online-Abt. ONYX-Music Television GmbH. Seit 7/00 bei RTL Newmedia GmbH, Projektmanager, Ressortleiter Internet Mehrwertdienste für www.rtl.de, Leiter Direct Response Television RTL interactive, Leiter Programm Traumpartner TV, CEO & Founder Flirt Televsision.com
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